
Die Meinsbur bleibt.
Bauen & Ortsentwicklung
Neue Wohnungen, ein verändertes Erscheinungsbild – und viele Fragen. Was tatsächlich auf dem Gelände der Meinsbur passiert und warum Hotel und Restaurant eine Zukunft haben sollen.
Rund um die Meinsbur tut sich etwas. Die ersten Veränderungen auf dem Gelände sind sichtbar, die Planungen für die Meinsbur Suites werden öffentlich beworben – und damit entstehen verständlicherweise Fragen.
Was wird dort eigentlich gebaut? Was passiert mit dem alten Hotel? Bleibt das Restaurant? Und hat die Gemeinde mit der neuen Bebauung möglicherweise genau das ermöglicht, was viele Bendestorfer eigentlich nicht möchten?
Deshalb möchten wir die Fakten einmal möglichst sachlich zusammenfassen.
Und mit der wichtigsten Nachricht beginnen:
Die Meinsbur wird nicht abgerissen. Hotel und Restaurant sollen erhalten bleiben.
Ja, das Gelände wird sich verändern
Das wollen wir gar nicht kleinreden.
Auf dem parkähnlichen Grundstück der Meinsbur entstehen drei neue Gebäude mit insgesamt 24 Wohneinheiten. Die heutigen Planungen sehen drei Mehrfamilienhäuser mit jeweils acht Wohnungen vor. Die Wohnungen werden als Eigentumswohnungen vermarktet und mit verschiedenen Serviceangeboten des angrenzenden Hotels verbunden.
Damit wird sich das Erscheinungsbild rund um die Meinsbur verändern.
Wer den großen Garten und das bisherige Ensemble seit vielen Jahren kennt, darf das bedauern. Auch innerhalb der BWG sehen wir diese Veränderung durchaus mit gemischten Gefühlen.
Aber zur ganzen Geschichte gehört eben auch die Frage:
Was wäre die Alternative gewesen?
Ein Hotel muss sich wirtschaftlich tragen können
Die Meinsbur gehört zu Bendestorf. Für viele von uns ist sie weit mehr als ein Hotel.
Hier wird gegessen, gefeiert und geheiratet. Man trifft Freunde, sitzt zusammen, führt Gespräche oder verbringt einfach einen schönen Abend. Auch unseren monatlichen FAQ-Abend in der Meinsbur veranstalten wir ganz bewusst hier – weil die Meinsbur für uns genau das sein soll: ein Ort, an dem Bendestorf zusammenkommt.
Doch Tradition allein bezahlt keine Rechnungen.
Die Meinsbur verfügt heute über lediglich 14 Hotelzimmer. Nach den Informationen aus unserem Bauausschuss ist ein Hotelbetrieb dieser Größe wirtschaftlich nur schwer tragfähig.
Genau hier setzt die Planung an.
Bereits die offiziellen Unterlagen zur Änderung des Bebauungsplans benennen als Planungsanlass ausdrücklich die wirtschaftliche Sicherung des bestehenden Hotelbetriebs. Neue Wohn- und Übernachtungsmöglichkeiten sollen das bestehende Angebot ergänzen und mit Serviceleistungen verbunden werden.
Auch das heute vermarktete Konzept der Meinsbur Suites setzt genau auf diese Verbindung: Die Bewohner der neuen Wohnungen können Angebote des Hotels nutzen – vom Frühstück und Roomservice über Reinigung bis zu weiteren Dienstleistungen.
Die neuen Wohnungen stehen damit nicht einfach losgelöst neben der Meinsbur. Sie sollen zusätzliche Nachfrage für Leistungen schaffen, die wiederum vom Hotel erbracht werden können.
Die Meinsbur hätte auch verschwinden können
Dieser Punkt ist uns wichtig.
Eine Gemeinde kann einen privaten Hotelbetreiber nicht dazu verpflichten, dauerhaft einen unwirtschaftlichen Betrieb aufrechtzuerhalten.
Ohne eine tragfähige Perspektive hätte deshalb irgendwann auch eine ganz andere Entwicklung gedroht: Aufgabe des Hotelbetriebs, Leerstand und langfristig möglicherweise der Verlust eines Ortes, der seit Jahrzehnten zu Bendestorf gehört.
Schon ältere Bauleitplanungen der Gemeinde zeigen, welchen Stellenwert die Meinsbur für Bendestorf hat. Hotel und Gastronomie wurden ausdrücklich als für die Attraktivität des Ortes wichtige Einrichtungen betrachtet und planerisch besonders gesichert.
Auch bei der aktuellen Entwicklung war für uns deshalb eine Sache entscheidend:
Wenn sich auf dem Gelände etwas verändert, müssen Hotel und Gastronomie eine Zukunft behalten.
Was die Gemeinde sichern konnte
Die Gemeinde konnte nicht darüber entscheiden, ob ein privater Eigentümer sein Hotel dauerhaft weiterbetreibt.
Sie konnte aber Einfluss darauf nehmen, was auf dem Grundstück künftig zulässig ist.
Und genau das ist geschehen.
Nach den Informationen aus unserem Bauausschuss wurde für den Bereich des bestehenden Hotels die Nutzung als Gastronomie/Hotel planungsrechtlich gesichert. Eine beliebige Umwandlung des historischen Hotelgebäudes in eine andere Nutzung ist damit gerade nicht vorgesehen.
Auch die aktuellen Planungsunterlagen nennen den bestehenden Hotel- und Restaurantbetrieb ausdrücklich als Bestandteil des Plangebietes und formulieren dessen wirtschaftliche Sicherung als Ziel der Planung.
Das ist ein entscheidender Unterschied.
Die neue Bebauung wurde also nicht ermöglicht, um die Meinsbur zu beseitigen, sondern um eine wirtschaftliche Perspektive zu schaffen, bei der die Meinsbur erhalten bleiben kann.
Und welche Rolle hatte die BWG?
Auch dazu möchten wir transparent sein.
Solche Entscheidungen trifft nicht „die BWG“ allein. Bauleitplanung ist Aufgabe der politischen Gremien der Gemeinde.
Im Bauausschuss sitzen fünf Mitglieder, davon gehören zwei der BWG an. Eine Entscheidung über eine solche Entwicklung kann die BWG deshalb weder allein herbeiführen noch allein verhindern.
Unsere Vertreter haben sich aber innerhalb des Verfahrens dafür eingesetzt, dass Hotel und Restaurant erhalten und planerisch abgesichert werden.
Das Ergebnis ist ein Kompromiss.
Und wie bei vielen Kompromissen kann man einzelne Aspekte durchaus kritisch sehen.
Wir hätten uns manches vielleicht anders vorstellen können. Gleichzeitig sehen wir aber auch, was erreicht wurde:
Die Meinsbur bleibt als Hotel und Restaurant Bestandteil unseres Dorfes.
Aber jetzt kommt es auch auf uns an
Ein Bebauungsplan kann eine Nutzung sichern.
Er kann aber keine Gäste an einen Tisch setzen.
Und deshalb gehört zur Wahrheit noch etwas anderes:
Wenn wir die Meinsbur behalten wollen, müssen wir sie auch nutzen.
Wir können uns wünschen, dass Bendestorf seine Gastronomie behält. Wir können bedauern, wenn Restaurants schließen und Orte der Begegnung verschwinden.
Aber am Ende entscheidet sich deren Zukunft auch daran, ob wir hingehen.
Ob wir dort essen.
Ob wir dort feiern.
Ob wir Freunde auf ein Glas Wein treffen.
Ob Vereine, Familien und Unternehmen dort Veranstaltungen ausrichten.
Oder ob wir irgendwann feststellen, dass ein Ort fehlt, den wir eigentlich für selbstverständlich gehalten haben.
Erhalten können wir die Meinsbur nur gemeinsam
Die neuen Gebäude werden das Gelände verändern. Darüber kann und darf man unterschiedlicher Meinung sein.
Aber die Alternative zwischen „alles bleibt exakt wie früher“ und „Neubebauung“ gab es so nicht.
Die eigentliche Herausforderung war, für einen traditionsreichen Ort eine wirtschaftliche Perspektive zu schaffen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass Hotel und Gastronomie nicht einfach aus Bendestorf verschwinden.
Genau darauf zielt die jetzige Lösung.
Ob sie langfristig funktioniert, hängt allerdings nicht nur von Eigentümern, Investoren, Politik oder einem Bebauungsplan ab.
Ein Stück weit hängt es auch von uns allen ab.
Denn Gastronomie lebt nicht von guten Wünschen.
Sie lebt von Gästen.
Deshalb unser ganz unpolitischer Appell:
Gehen Sie hin. Treffen Sie sich dort. Essen Sie dort. Feiern Sie dort. Machen Sie die Meinsbur weiterhin zu einem Ort, an dem Bendestorf zusammenkommt.
Oder kommen Sie einfach zu unserem nächsten FAQ-Abend in der Meinsbur vorbei. Vielleicht ist das schon ein guter Anfang.
Denn manchmal bedeutet „Altes bewahren“ eben nicht, dass sich nichts verändern darf.
Sondern dafür zu sorgen, dass das, was uns wichtig ist, auch unter veränderten Bedingungen eine Zukunft hat.
Die Meinsbur bleibt. Jetzt liegt es auch an uns, sie lebendig zu halten.
