So geht Dorf

Ganz einfach. Ganz genau.

Wer nach Bendestorf zieht, bekommt mit dem Haustürschlüssel ein neues Zuhause. Eine Gebrauchsanleitung dafür, wie Dorf funktioniert, liegt allerdings nicht dabei.

Wer entscheidet eigentlich was? Warum wählen wir unseren Bürgermeister nicht direkt? Was macht ein Ausschuss? Und an wen wende ich mich, wenn ich eine Idee habe? Manches ist für Alteingesessene selbstverständlich. Für andere völlig neu. Deshalb möchten wir hier erklären, wie Bendestorf funktioniert – verständlich, unkompliziert und ohne Amtsdeutsch.

Für den schnellen Überblick gibt es GANZ EINFACH. Für alle, die mehr wissen möchten, gibt es GANZ GENAU. Denn ein Dorf funktioniert nicht nur durch Verwaltung, Steuern und Beschlüsse. Es funktioniert, weil Menschen wissen, wie sie sich einbringen können – und weil sie es tun.

Dorf ist Gemeinschaft. Dorf sind wir alle. So geht Dorf.

 

Kapitel 01

Die Wahl ist vorbei. Und jetzt?

Ganz einfach

Die Stimmen sind ausgezählt - aber der neue Gemeinderat übernimmt nicht sofort. Bis zum Beginn der neuen Wahlperiode bleibt der bisherige Rat im Amt. Dann kommt der neue Rat zum ersten Mal zusammen und stellt sich für die nächsten fünf Jahre auf.

Ganz genau

Die Kommunalwahl 2026 ist entschieden – und Bendestorf hat sich deutlich beteiligt: 70,2 Prozent der Wahlberechtigten haben ihre Stimme abgegeben. Mehr als sieben von zehn Wahlberechtigten haben damit mitentschieden, wie sich der neue Gemeinderat zusammensetzt.

Bei der Gemeinderatswahl erhielt die BWG 46,9 Prozent der Stimmen. Auf die CDU entfielen 23,9 Prozent, auf die BUG 10,1 Prozent, auf Bündnis 90/Die Grünen 8,5 Prozent, auf die SPD 5,5 Prozent und auf die FDP 5,1 Prozent.

Daraus ergibt sich die neue Sitzverteilung im Bendestorfer Gemeinderat: BWG 6 Sitze, CDU 3 Sitze, BUG 1 Sitz, Grüne 1 Sitz, SPD 1 Sitz und FDP 1 Sitz – insgesamt 13 Sitze.

Aber: Mit dem Wahlabend übernimmt der neue Gemeinderat noch nicht sofort die Arbeit.

Die neue fünfjährige Wahlperiode beginnt am 1. November 2026. Bis dahin bleibt der bisherige Gemeinderat im Amt. Anschließend kommt der neu gewählte Rat zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Dort werden die neuen Ratsmitglieder verpflichtet und wichtige organisatorische Entscheidungen für die kommenden fünf Jahre getroffen. Dazu gehören unter anderem die Wahl des Bürgermeisters sowie die Bildung und Besetzung der politischen Gremien.

Die Wahl hat also zunächst entschieden, wer in den kommenden fünf Jahren am Tisch sitzt. Wie sich dieser neue Gemeinderat organisiert und wie die politische Arbeit weitergeht, entscheidet sich in den nächsten Schritten.

Kapitel 02

Wer wird eigentlich Bürgermeister?

Ganz einfach

Aktuell ist Bernd Beiersdorf Bürgermeister von Bendestorf. Doch wer das Amt in der neuen Wahlperiode übernimmt, haben wir bei der Kommunalwahl nicht direkt gewählt.

Wir haben den Gemeinderat gewählt. Und der entscheidet anschließend, wer aus seiner Mitte Bürgermeister oder Bürgermeisterin wird.

Wer auf diesem Stuhl Platz nimmt, entscheidet sich also erst nach der Wahl.

Ganz genau

Warum stand auf unserem Stimmzettel eigentlich kein Bürgermeister zur Wahl?

Bendestorf hat einen ehrenamtlichen Bürgermeister. Anders als bei einer Direktwahl wird dieses Amt nicht unmittelbar von den Bürgerinnen und Bürgern vergeben. Der neu gewählte Gemeinderat wählt den Bürgermeister oder die Bürgermeisterin aus seiner Mitte.

Das geschieht in der konstituierenden Sitzung des neuen Rates. Erst dort entscheidet sich also, wer das Amt in der neuen Wahlperiode übernimmt.

Das bedeutet auch: Mit dem Ergebnis der Gemeinderatswahl steht noch nicht automatisch fest, wer Bürgermeister wird. Auch ein bisheriger Amtsinhaber muss vom neu zusammengesetzten Gemeinderat erneut gewählt werden, wenn er das Amt weiterführen soll.

Der Bürgermeister übernimmt dabei nicht einfach „die Verwaltung“ der Gemeinde. In Bendestorf sind politische Repräsentation und Verwaltungsarbeit auf unterschiedliche Funktionen verteilt.

Kapitel 03

Wer macht eigentlich was?

Ganz einfach

Nicht alles, was in Bendestorf passiert, wird auch in Bendestorf entschieden.

Je nach Thema sind die Gemeinde Bendestorf, die Samtgemeinde Jesteburg oder der Landkreis Harburg zuständig. Manchmal arbeiten auch mehrere Ebenen zusammen.

Die entscheidende Frage ist also oft: Wo muss ich mit meinem Anliegen eigentlich hin?

Ganz genau

In Bendestorf teilen sich verschiedene politische und administrative Ebenen die Aufgaben.

Der Gemeinderat Bendestorf trifft die politischen Entscheidungen, für die die Gemeinde zuständig ist. Der ehrenamtliche Bürgermeister vertritt die Gemeinde politisch und repräsentiert sie nach außen.
Daneben gibt es die Gemeindedirektion, die einen wesentlichen Teil der Verwaltungsarbeit übernimmt. Viele Verwaltungsaufgaben werden außerdem durch die Samtgemeinde Jesteburg erledigt. Für wiederum andere Themen ist der Landkreis Harburg zuständig.

Das klingt zunächst komplizierter, als es ist. Deshalb möchten wir nicht nur erklären, dass es unterschiedliche Zuständigkeiten gibt, sondern auch, wer konkret der richtige Ansprechpartner ist.

Hier folgt eine übersichtliche Auflistung der Zuständigkeiten von Gemeinde Bendestorf, Samtgemeinde Jesteburg und Landkreis Harburg – jeweils mit Aufgabe, zuständiger Stelle und konkretem Ansprechpartner bzw. Ansprechpartnerin mit Namen.

Denn bei vielen Anliegen lautet die erste Frage gar nicht: „Wer entscheidet das?“ Sondern:
„An wen wende ich mich eigentlich?“

Kapitel 04

Was sind eigentlich Ausschüsse?

Ganz einfach

Der Gemeinderat muss nicht jedes Thema gemeinsam bis ins kleinste Detail bearbeiten. Deshalb gibt es Ausschüsse. Dort beschäftigen sich kleinere Gruppen intensiver mit bestimmten Bereichen – zum Beispiel mit Bauen, Finanzen oder sozialen Themen – und bereiten Entscheidungen für den Gemeinderat vor. So verteilt sich die Arbeit auf mehrere Schultern.

Ganz genau

Welche Fachausschüsse es gibt und wie groß sie sind, legt der neue Gemeinderat fest. Die bisherige Struktur muss dabei nicht automatisch übernommen werden.

Bendestorf arbeitet derzeit unter anderem mit Ausschüssen für Bau, Planung und Umwelt, Finanzen sowie Jugend, Soziales und Schule. Hinzu kommt der Verwaltungsausschuss.

Wie viele Plätze eine Fraktion oder Gruppe in einem Ausschuss erhält, richtet sich nach ihrer Stärke im Gemeinderat. Anschließend bestimmen die Fraktionen und Gruppen, welche Personen ihre Plätze übernehmen.

Das bedeutet auch: Wer bei der Kommunalwahl besonders viele persönliche Stimmen erhalten hat, kann sich nicht automatisch einen bestimmten Ausschuss aussuchen. Unterschiedliche Ausschüsse brauchen unterschiedliche Erfahrungen, Interessen und Kenntnisse.

Kommunalpolitik ist keine Siegerehrung. Sie ist Arbeitsteilung.

Kapitel 05

Wie wird aus einer Idee eine Entscheidung?

Ganz einfach

Viele Dinge im Dorf beginnen mit einer Idee.

Doch damit daraus etwas wird, muss sie an die richtige Stelle gelangen. Dort wird sie besprochen, geprüft und – je nach Thema – weiter beraten.

Denn eine Idee kann man weitergeben. Eine Entscheidung trifft man gemeinsam.

Ganz genau

Eine Idee für Bendestorf kann an ganz unterschiedlichen Stellen entstehen: bei Bürgerinnen und Bürgern, im Gemeinderat, in einer Fraktion oder Gruppe, in einem Verein oder aus der laufenden Arbeit der Verwaltung.

Entscheidend ist zunächst, wer für das jeweilige Thema zuständig ist. Je nach Anliegen wird eine Idee beraten, geprüft und gegebenenfalls in den politischen Gremien weiterbehandelt.

Dabei können zum Beispiel fachliche Informationen eingeholt, Kosten geprüft und unterschiedliche Interessen gegeneinander abgewogen werden. Ein Thema kann zunächst in einem zuständigen Ausschuss beraten werden, bevor es zur weiteren Beratung oder Entscheidung in ein anderes zuständiges Gremium geht.

Am Ende steht – wenn eine politische Entscheidung erforderlich ist – ein Beschluss des dafür zuständigen Gremiums.

Deshalb braucht Kommunalpolitik manchmal Zeit. Zwischen „Ich habe da eine Idee“ und „Wir machen das“ liegen Zuständigkeiten, Beratung, Prüfung, Abwägung und demokratische Entscheidungen.

Das bedeutet aber nicht, dass eine Idee erst dann zählt, wenn sie bereits vollständig ausgearbeitet ist.

Manchmal beginnt Veränderung einfach damit, dass jemand seine Idee weitergibt.

Kapitel 06

Und was habe ich damit zu tun?

Ganz einfach

Dorf ist nichts, was andere für uns machen.

Wir können Fragen stellen, zuhören, Ideen einbringen und mithelfen. Denn Bendestorf entsteht nicht nur durch Entscheidungen im Gemeinderat, sondern durch die Menschen, die sich einbringen.

Und dafür ist immer noch ein Platz frei.

Ganz genau

Gemeinschaft entsteht nicht allein im Gemeinderat oder in der Verwaltung. Bendestorf lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen und sich einbringen – im Kleinen genauso wie im Großen.

Das geschieht in Vereinen, bei der Feuerwehr, in Schule und Kirche, im Freibad, bei Veranstaltungen, in der Nachbarschaft oder einfach dort, wo gerade jemand gebraucht wird. Auch örtliche Betriebe, Gastronomie und Menschen, die vor Ort etwas aufbauen und investieren, tragen zu einem lebendigen Dorf bei.

Und auch politische Beteiligung beginnt nicht erst mit einer Kandidatur für den Gemeinderat. Man kann sich informieren, öffentliche Sitzungen verfolgen, Fragen stellen, Anliegen ansprechen oder eine Idee weitergeben.

Manchmal beginnt Beteiligung sogar noch einfacher:

Man setzt sich dazu. Man hört zu. Man kommt ins Gespräch.

Genau dafür gibt es auch unseren regelmäßigen BWG-Abend in der Meinsbur. Jeden ersten Mittwoch im Monat kommen wir ab 19 Uhr zusammen, um über Bendestorf zu sprechen. Eine Mitgliedschaft ist dafür nicht erforderlich.

Vielleicht beginnt das nächste Thema für unser Dorf also genau dort – an einem Tisch, in einem Gespräch oder auf einem bislang freien Stuhl.

Dorf ist Gemeinschaft.
Dorf sind wir alle.
So geht Dorf.

Und welches Kapitel fehlt noch?

So geht Dorf - ist nicht fertig. Und soll es auch gar nicht sein. Denn wir können erklären, was wir für wichtig halten. Viel spannender ist aber: Was möchten Sie über Bendestorf wissen?

Welche Frage haben Sie sich schon einmal gestellt? Welche ungeschriebene Dorfregel sollten auch andere kennen? Welches Thema sollten wir einmal GANZ EINFACH und GANZ GENAU erklären?

Vielleicht haben Sie sogar schon eine Idee für das passende Foto – denn auch die nächsten Kapitel sollen hier in Bendestorf entstehen: mit echten Orten, echten Menschen, echten Geschichten und natürlich dem gelben Punkt.

Machen Sie mit. Bringen Sie ein Thema ein. Entwickeln Sie mit uns das nächste Kapitel. Denn diese Gebrauchsanleitung für Bendestorf soll nicht von wenigen für viele geschrieben werden.

Sie soll gemeinsam entstehen. Dorf ist Gemeinschaft. Dorf sind wir alle.