Einer, der Bendestorf mitgeprägt hat.

Dorfleben & Gemeinschaft

Hans-Peter Brink und ein Leben voller Engagement für sein Dorf.

Wer heute am Bendestorfer Sportplatz vorbeikommt, kann seinen Namen kaum übersehen. In großen weißen Buchstaben steht dort: Peter-Brink-Arena.

Ein Name an einem Gebäude. Und gleichzeitig viel mehr als das.

Denn hinter diesem Namen steckt ein Stück Bendestorfer Geschichte – und ein Mann, der sich seit Jahrzehnten in ganz unterschiedlichen Rollen für sein Dorf einsetzt: im Sport, in der Kommunalpolitik, als Bürgermeister, als Mitgründer der Bendestorfer Wählergemeinschaft – und bis heute als jemand, dessen Erfahrung und Rat gefragt sind.

Angefangen hat vieles beim Sport

Hans-Peter Brink gehört zu den Menschen, für die Ehrenamt keine vorübergehende Aufgabe ist, sondern ganz selbstverständlich zum Leben gehört.

Bereits 1960 engagierte er sich in der Jugendarbeit des Bendestorfer Sports. Von 1961 bis 1968 war er Schriftführer des damaligen B.S.C. und 1980 übernahm er dessen Vorsitz – allerdings unter einer Bedingung: Die Gespräche über eine Zusammenführung der beiden Bendestorfer Sportvereine sollten geführt werden.

Es war ein Jahr, in dem für den Bendestorfer Sport einiges in Bewegung kam. Im Dezember 1980 wurde auch die neue Sporthalle eingeweiht – ein lang gehegter Wunsch vieler Bendestorfer Sportlerinnen und Sportler.

Aus den damaligen Strukturen entwickelte sich schließlich der heutige SV Bendestorf. Hans-Peter Brink blieb dem Verein über Jahrzehnte eng verbunden – als Mitglied, Sportler, Schiedsrichter, Handballtrainer, Präsident, Förderer, Ratgeber und vor allem als jemand, der immer wieder mit angepackt hat.

Dass die Sportanlage heute Peter-Brink-Arena heißt, ist Ausdruck seiner besonderen Verbundenheit mit dem Verein, dem er seit nunmehr 73 Jahren angehört – und erzählt zugleich von einem außergewöhnlichen, jahrzehntelangen ehrenamtlichen Engagement.

Vom Sportplatz in den Gemeinderat

Doch Hans-Peter Brinks Engagement beschränkte sich nicht auf den Sport.

1970 wurde er erstmals in den Bendestorfer Gemeinderat gewählt. Mehr als drei Jahrzehnte gehörte er – mit Unterbrechungen – dem Dorfparlament an. Auch auf Samtgemeindeebene brachte er sich ein und begleitete die Entwicklung der kommunalen Strukturen über viele Jahre.

Ein Thema lag ihm dabei besonders am Herzen: die Finanzen. Rund 30 Jahre stand er dem Finanzausschuss vor.

Wer so lange Kommunalpolitik macht, erlebt unterschiedliche Mehrheiten, kontroverse Diskussionen und Entscheidungen, bei denen nicht alle einer Meinung sind. Hans-Peter Brink selbst beschrieb die Zusammenarbeit rückblickend keineswegs als immer einfach.

Vielleicht gehört aber gerade das zur Kommunalpolitik: unterschiedliche Interessen auszuhalten, miteinander zu ringen und am Ende trotzdem eine Entscheidung für das Dorf treffen zu müssen.

1996 entsteht die BWG

Mitte der 1990er-Jahre war die politische Stimmung in Bendestorf alles andere als ruhig. Gemeinsam mit weiteren politisch interessierten Bendestorfern entstand die Idee einer unabhängigen Wählergemeinschaft.

1996 wurde die Bendestorfer Wählergemeinschaft gegründet.

Der Gedanke dahinter war ebenso einfach wie grundlegend: Kommunalpolitik sollte sich in erster Linie daran orientieren, was für Bendestorf richtig ist – unabhängig von parteipolitischen Vorgaben.

„Weil wir unser Dorf lieben, müssen wir etwas tun!“ – unter diesem Gedanken begann eine Geschichte, die inzwischen 30 Jahre andauert.

Hans-Peter Brink gehört zu den Gründern der BWG und zu den Menschen, die ihre Haltung über viele Jahre entscheidend mitgeprägt haben. Und auch heute ist seine Erfahrung innerhalb der Gemeinschaft wertvoll.

Mehr über ihn und seinen persönlichen Blick auf Bendestorf gibt es in unserem Profil von Hans-Peter Brink.

Bürgermeister mit Bodenhaftung

2011 übernahm Hans-Peter Brink schließlich das Amt des Bürgermeisters von Bendestorf.

Wer alte Berichte aus dieser Zeit liest, begegnet dabei keinem Politiker, der besonders gerne sich selbst in den Mittelpunkt stellte. Vielmehr einem Mann, der anpackte – manchmal durchaus hartnäckig – und für den die Belange seines Heimatdorfes im Vordergrund standen.

In seine politische Zeit fallen zahlreiche Entwicklungen, die Bendestorf bis heute prägen.

Die ärztliche Versorgung konnte wieder im Dorf angesiedelt werden. Die Kinderbetreuung wurde ausgebaut. Sportstätten und Freibad wurden weiterentwickelt. Das ehemalige Filmgelände beschäftigte die Gemeinde über viele Jahre. Auch der gemeinsame Bauhof, das Porzellanmuseum und viele weitere große und kleine Entscheidungen gehörten zu den Themen, mit denen sich Hans-Peter Brink beschäftigte.

Nicht jede Idee funktionierte. Nicht jede Entscheidung fand überall Zustimmung. Und manches brauchte viele Jahre.

Auch das gehört zu einer ehrlichen Rückschau auf mehrere Jahrzehnte Kommunalpolitik.

2018 wird Verantwortung weitergegeben

Anfang 2018 traf Hans-Peter Brink schließlich eine Entscheidung, die ihm sichtbar schwerfiel.

Aus gesundheitlichen Gründen legte er sein Bürgermeisteramt und seine politischen Ämter nieder. Nach Jahrzehnten in der aktiven Kommunalpolitik bedeutete dieser Schritt einen großen Einschnitt.

Doch Rückzug aus einem Amt bedeutet nicht Rückzug aus dem Dorf – und schon gar nicht aus der BWG.

Seine Nachfolge trat Bernd Beiersdorf an. Der damalige stellvertretende Bürgermeister und BWG Mitgründer wurde vom Gemeinderat zum neuen Bürgermeister gewählt.

Hans-Peter Brink steht der BWG auch heute mit seiner Erfahrung, seinem Wissen und seinem Rat zur Seite. Und auch Bernd Beiersdorf weiß einen erfahrenen Wegbegleiter hinter sich, der ihm den Rücken stärkt.

Vielleicht ist genau das eine der schönsten Formen von kommunalpolitischem Engagement: Verantwortung abgeben zu können, ohne das Interesse und die Verbundenheit zu verlieren.

Und heute?

Hans-Peter Brink muss heute keine Ratssitzung mehr leiten und keine politischen Ämter bekleiden, um sich für Bendestorf zu interessieren.

Wer sich so lange mit seinem Dorf beschäftigt hat, hört schließlich nicht irgendwann einfach damit auf.

Er verfolgt, was in Bendestorf passiert, bringt seine Erfahrung ein, wenn sie gefragt ist, steht der BWG mit Rat und Tat zur Seite – und ist damit auch heute ein Teil der Gemeinschaft, die er vor 30 Jahren gegründet hat.

Und vielleicht lässt sich jahrzehntelanges Engagement ohnehin nicht sinnvoll nur in Amtszeiten, Sitzungen und Jahreszahlen messen.

Es zeigt sich vielmehr in dem, was daraus entstanden ist.

In einer Schule, einem Freibad oder einer Sportanlage. In Vereinen, die Menschen zusammenbringen. In Entscheidungen, die irgendwann einmal getroffen werden mussten. In Diskussionen, an die sich heute kaum noch jemand erinnert. Und in Strukturen, die inzwischen so selbstverständlich erscheinen, dass man leicht vergisst, wie viel Engagement einmal nötig war, damit sie entstehen konnten.

Und manchmal steht ein Name in großen weißen Buchstaben an einer Sportanlage.

Peter-Brink-Arena.

Nicht als Schlusspunkt.

Sondern als sichtbares Zeichen dafür, was entstehen kann, wenn ein Mensch über Jahrzehnte bereit ist, Verantwortung für sein Dorf zu übernehmen.

Hans-Peter Brink hat Bendestorf nicht allein gestaltet. Das würde vermutlich auch gar nicht zu seinem Verständnis von Dorfgemeinschaft passen. Über all die Jahrzehnte waren es viele Menschen, die gemeinsam Ideen entwickelt, gestritten, entschieden und angepackt haben.

Aber er ist einer von denen, die besonders lange dabei sind.

Einer, der Verantwortung übernommen hat.
Einer, der Erfahrung weitergibt.
Einer, der der BWG bis heute verbunden ist.
Und einer, dem Bendestorf ganz offensichtlich noch immer am Herzen liegt.

Einer, der Bendestorf mitgeprägt hat – und bis heute begleitet.